Altersvorsorge XXL: Alles, was du wissen musst – und wie du am besten startest

Altersvosorge - was tun?

Altersvorsorge – was tun? Für das Alter vorsorgen – aber wie?

Wieviel muss ich sparen, um meine Rentenlücke zu schließen?

In diesem XXL Artikel erfährst du alles, was du über Altersvorsorge wissen musst – und wie du konkret starten kannst.

Du liest immer häufiger, dass die gesetzliche Rente nicht reichen wird, dir vielleicht sogar Altersarmut droht?

Du hast zwar schonmal was von Riester und Rürup gehört, aber was es genau damit auf sich hat, ist dir nicht hundertprozentig klar?

Du möchtest wissen, welche Fördermöglichkeiten es gibt, was die für dich beste Altersvorsorge ist und ob auch dein Arbeitgeber dich dabei unterstützt?

Dann lies‘ dir diesen Artikel mal von Anfang bis Ende durch – und du wirst ein gutes Stück schlauer sein…

Warum ist Altersvorsorge so wichtig?

Viele Menschen haben Angst vor Altersarmut. Und gerade für unsere Generation stellt die Altersvorsorge – aufgrund des demografischen Wandels und der Niedrigzinspolitik der Notenbanken – eine besondere Herausforderung dar.

Gleichzeitig haben viele Menschen das Vertrauen in die Rentenpolitik verloren. Und das ist auch nachvollziehbar: Denn eine langfristig orientierte, nachhaltige, generationengerechte Politik sieht anders aus.

Aber wie schaut die Lösung aus für eine Zukunft mit einer höheren, gesicherten Rente? Vertrauen wir auf den Staat und darauf, dass sich schon irgendwie alles regeln wird? Oder nehmen wir unser Schicksal selbst in die Hand?

Eines sollte klar sein: Sich auf die gesetzliche Rente allein und „Vater Staat“ zu verlassen, wird für die allermeisten von uns nicht ausreichen.

Die politische Großwetterlage

Die von der Regierung unter Bundeskanzler Schröder im Rahmen der „Agenda 2010“ angestoßenen Rentenreformen der vergangenen Jahre – egal ob Riester, Rürup oder Rente mit 67 – trugen einer einfachen Erkenntnis Rechnung: Da in Deutschland in den nächsten Jahrzehnten immer weniger Arbeitnehmer immer mehr Rentner finanzieren müssen, sollte das Leistungsniveau der gesetzlichen Rente ganz langsam sinken.

Wichtig ist hier der Unterschied zwischen dem Leistungsniveau und der absoluten Rentenhöhe. Denn die ausbezahlte Leistung (= Rente) kann auch dann – absolut gesehen – steigen, wenn das Leistungsniveau (das Verhältnis von durchschnittlichen Bruttolöhnen zu durchschnittlichen Bruttorenten) sinkt.

Um das Niveau zu senken, wurde im Jahr 2005 der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor eingeführt. Dieser sorgt dafür, dass die Renten etwas langsamer steigen als Löhne und Gehälter. Absolut gesehen, steigen die Renten aber trotzdem.

Wenn die Politik trotzdem von sinkenden Renten spricht, dann hat dies aus meiner Sicht einen ganz einfachen Grund: Man kann sich als „Kümmerer“ präsentieren, der sich der Sorgen der verunsicherten Menschen annimmt und Besserung verspricht. Und genau das ist zuletzt passiert.

Reformen werden zurückgedreht – zu Lasten kommender Generationen

Leider ist pures Handeln um des Handelns willen nicht immer sinnvoll.

Ende August 2018 verabschiedete die Bundesregierung ein großes Rentenpaket. Rund 36 Mrd. EUR wird es die Steuerzahler von 2019 bis 2025 kosten. Eine vermeintliche Wohltat der Politik, ein weiterer Ausbau des Sozialstaats. Ärgerlich ist nur, dass irgendjemand die Garantien und doppelten Haltelinien bezahlen muss.

Steuern und Beiträge werden weiter steigen müssen. Der Bundeszuschuss aus Steuergeldern für die gesetzliche Rentenversicherung – er beträgt schon heute rund 100 Milliarden Euro pro Jahr – wird weiter steigen müssen.

Die Altersvorsorge wird also erneut in großem Stil umgebaut – zu einem Zeitpunkt, an dem die großen Reformen aus dem Jahr 2005 gerade erst zu wirken beginnen. Die 2005 eingeführte, moderate Absenkung des Rentenniveaus soll wieder abgeschafft werden. Auch die Riester-Rente steht in der Kritik, sogar über eine Abschaffung wurde diskutiert.

Mangelnde Nachhaltigkeit und Verlässlichkeit der Rentenpolitik

Das Problem dabei: Rentenpolitik sollte Verlässlichkeit über Jahrzehnte bieten. Der von der Regierung Schröder eingeführten, durchaus weitblickenden Reformen werden zurückgedreht.

Statt aufgrund der guten Haushaltslage die Bürger von einem Teil der Steuern zu entlasten und damit Freiraum für private Vorsorge zu schaffen, wird immer mehr Geld in ein marodes System gepumpt.

Die absehbare Entwicklung: Wenn die Konjunktur mal nicht mehr so rund läuft wie in den letzten Jahren und die Steuereinnahmen spürbar zurückgehen, muss alles wieder rückgängig gemacht werden, die Einschnitte werden umso härter ausfallen müssen.

Aber darum muss sich ja dann eine andere Regierung kümmern.

Dabei ist das Rad für eine gute Altersvorsorge längst erfunden, wie der Blick in andere Länder zeigt.

Altersvorsorge – was kann ich tun?

Jammern und „Kopf in den Sand stecken“ hilft aber nicht. Wir müssen unser Schicksal selbst in die Hand nehmen. Ich zumindest vertraue nicht auf die gesetzliche Rente allein und die Zuverlässigkeit der Politik.

Also stellt sich die spannende Frage: Was tun für die Altersvorsorge?

Vor dem Hintergrund von demografischem Wandel, mangelnden politischen Reformen und der zu erwartenden Rentenlücke stellen sich viele von uns folgende Fragen zur Altersvorsorge:

  • Was kann ich noch als gesetzliche Rente erwarten?
  • Wie kann ich für das Alter vorsorgen?
  • Welche Altersvorsorge ist die richtige?
  • Wieviel Geld muss ich für die Altersvorsorge sparen / für das Alter zurücklegen?
  • Wieviel Prozent des Einkommens sollte ich für die Altersvorsorge sparen?
  • Wieviel Rente brauche ich später mal zum Leben?
  • Wie groß ist meine Rentenlücke? Was kann ich tun, um die Rentenlücke zu schließen?
  • Ist Riester wirklich gescheitert?
  • Und was taugt eigentlich Rürup?
  • Welche Altersvorsorge passt zu mir? Welche Altersvorsorge ist die beste?

Wie groß ist meine Rentenlücke?

Vieles spricht dafür, sich bei der Vorsorge für den Ruhestand nicht allein auf die gesetzliche Rente und die Zuverlässigkeit der Politik zu verlassen.

Zwischen dem Einkommen, was du heute bzw. – nach der einen oder anderen Gehaltssteigerung – in der Zukunft erzielst, und der zu erwartenden Rente in 20, 30 oder 40 Jahren wird eine gehörige Lücke klaffen.

Es stellt sich die spannende Frage: Wie groß ist mein Rentenlücke?

Eine Rentenlücke besteht unter dem Strich dann, wenn deine monatlichen Einkünfte (aus gesetzlicher Rente, betrieblicher Rente und privater Vorsorge) geringer sind als der Betrag, den du zur Deckung deiner monatlichen Ausgaben sowie zur Erhaltung des gewünschten Lebensstandards benötigst.

Bevor ich dazu komme, welche Optionen es gibt, die Rentenlücke zu schließen, muss ich natürlich erstmal wissen, wie groß meine Rentenlücke überhaupt ist.

Wieviel Geld muss ich für die Rente sparen?

Um deine Rentenlücke zu berechnen, musst du dir überlegen,

  • wieviel Rente du benötigst, um deinen gewohnten Lebensstandard zu halten (Referenzwert ist dein gewohntes Einkommen vor Renteneintritt)
  • mit einer wie hohen Inflation du rechnest
  • wann du in Rente gehen möchtest (zum gesetzlich vorgesehenen Rentenalter oder schon früher)
  • wie lange die Rente voraussichtlich reichen muss.

Zugegebenermaßen ist es schwierig, die genannten Variablen so weit im Voraus zu prognostizieren.

Hinzu kommt, dass niemand weiß, wie lange er leben wird und somit wie lange das angesparte Kapital reichen muss. Es ist also gar nicht so einfach festzulegen, wieviel Geld man für die Rente sparen muss, um die Versorgungslücke zu schließen.

Als Anhaltspunkt kannst du hier deine Rentenlücke berechnen.

Wenn du nun herausgefunden hast, wie groß ungefähr dein Vorsorgebedarf ist, dann stellt sich die Frage: Wie schließe ich meine Rentenlücke?

Und dafür gibt es in Deutschland eine ganze Reihe unterschiedlicher Optionen.

Die 3 Säulen der Altersvorsorge

Das Thema Rente und „Angst vor Altersarmut“ ist nicht neu. Um das Rentenproblem zu lösen, hat sich der Staat eine Mischung aus privater und staatlich geförderter Altersvorsorge überlegt.

Das ganze lässt sich in drei Säulen unterteilen.

Säule 1: Die Basisversorgung

Hierzu zählen: Die gesetzliche Rentenversicherung, die Beamtenversorgung, Altersbezüge aus berufsständischen Versorgungswerken, Renten aus der landwirtschaftlichen Alterskasse sowie die Rürup-Rente (auch „Basisrente“ genannt).

Allen Varianten ist gemeinsam, dass als Leistung eine lebenslange Rente gezahlt wird. Die Beiträge zur Rürup-Rente kannst du von der Steuer absetzen, musst aber dafür die späteren Rentenleistungen versteuern („nachgelagerte Besteuerung“).

Säule 2: Die geförderte Zusatzversorgung

In dieser Säule werden staatlich geförderte Altersvorsorgeverträge zusammengefasst. Hierzu zählen die betriebliche Altersvorsorge und die Riester-Rente.

In der Säule 2 hast du (zumindest teilweise) ein sog. Kapitalwahlrecht: du kannst dich zwischen einer Einmalzahlung und einer lebenslangen Rentenzahlung entscheiden.

Die Beiträge kannst du steuerlich absetzen und bekommst Zulagen (Riester), bzw. die Beiträge werden aus dem Brutto gezahlt (betriebliche Altersversorgung). Auch hier greift im Gegenzug die nachgelagerte Besteuerung, du musst also die späteren Leistungen versteuern.

Säule 3: Die ungeförderte, private Altersvorsorge

In dieser Säule finden sich alle Sparformen / -verträge, die du für deine Altersvorsorge abschließen kannst, die nicht staatlich gefördert werden: Lebensversicherungen, Investmentfonds sowie alle sonstigen Anlageformen.

Im Vergleich zu den staatlich geförderten Säulen 1 und 2, deren Bestandteile teilweise sehr speziellen und bürokratischen Regelungen unterliegen, hast Du hier die größte Flexibilität sowohl während der Ansparphase (in den Anlageformen und in der Beitragsgestaltung) als auch in der Auszahlphase (du musst keine lebenslange Rente beziehen, sondern kannst auch „auf einen Schlag“ über das gesamte, angesparte Kapital verfügen).

Reicht die gesetzliche Rente?

Nein. Die gesetzliche Rente befindet sich im Sinkflug. Das Problem wird häufig noch unterschätzt. Und die jüngsten Reformen, die eindeutig zu Lasten junger Menschen gehen, lassen für die Zukunft nichts Gutes erahnen.

Von der gesetzlichen Rente allein wirst du als Rentner in 20, 30 oder 40 Jahren Jahren kaum noch deine Fixkosten bestreiten können.

Es ist also ungemein wichtig für unsere Generation, ergänzend zur gesetzlichen Rente etwas für die Altersvorsorge zu tun.

Optionen zur Altersvorsorge

Auf folgende Varianten für die Altersvorsorge möchte ich kurz eingehen. Ausführlichere Informationen hierzu findest du, wenn du tiefer einsteigen möchtest, in den entsprechenden, verlinkten Artikeln.

  • Riester-Rente
  • Rürup-Rente
  • Betriebliche Altersvorsorge
  • Exchange Traded Funds (ETFs)
  • Immobilien
  • Gold.

Für wen ist eine Riester-Rente sinnvoll?

Riester ist eine staatlich geförderte Altersvorsorge, die sich insbesondere bei niedrigem Einkommen und bei vielen Kindern (mindestens zwei) wegen der gezahlten staatlichen Zulagen lohnt. Weiterhin kann sich Riester lohnen für kinderlose Gutverdiener, weil hier noch Steuervorteile greifen. Riestern ist bis maximal 2.100 EUR pro Jahr möglich.

In jedem Fall ist auf den richtigen Produkttyp und die Wahl eines guten (kostengünstigen) Anbieters zu achten.

Über die Details zur Riester-Rente und meine Meinung hierzu habe ich in einem separaten Artikel geschrieben.

Altersvorsorge mit Rürup

Die Rürup-Rente ist nach ihrem Erfinder Bert Rürup benannt und wird vom Staat mit Steuervorteilen gefördert. Sie wendet sich insbesondere an diejenigen, die keine Riester-Rente abschließen dürfen (z.B. Selbstständige) und trotzdem staatlich gefördert für das Alter vorsorgen wollen. Aber auch als Angestellter kannst du in Deutschland einen Rürup-Vertrag abschließen.

Die Rürup-Rente lohnt sich am ehesten bei einem hohem zu versteuernden Einkommen. Es sind hohe jährliche Einzahlungen möglich. Die Auszahlungen erfolgen ausschließlich in Form einer lebenslangen Rente. Eine Einmalauszahlung oder Teilauszahlung ist nicht möglich (anders als bei der Riester-Rente, hier ist zu Rentenbeginn eine Teilauszahlung i.H.v. 30% möglich).

Rürup Verträge sind allerdings äußerst unflexibel. Du solltest dir den Abschluss eines solchen Vertrages daher gut überlegen und dir der Besonderheiten bewusst sein.

Mit den Details der Rürup-Rente habe ich mich in einem anderen Artikel schonmal vertiefend beschäftigt.

Betriebliche Altersvorsorge

Die betriebliche Altersvorsorge (BAV) wird in vielen Betrieben angeboten. Du kannst von Steuer- und Sozialabgabenvorteilen sowie ggf. von Zuschüssen deines Arbeitgebers profitieren. Am besten, du informierst dich mal bei deinem Arbeitgeber, wenn du nicht weißt, ob / welche Art von BAV angeboten wird.

Im Gegenzug greift die nachgelagerte Besteuerung. Und: Gesetzlich Versicherte müssen zudem auf ihre Betriebsrente den vollen Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag zahlen.

Auch der betrieblichen Altersvorsorge habe ich mich schonmal ausführlicher gewidmet.

Meine Meinung: Wer in unsicheren Zeiten seine Zukunft planen und für sein Alter vorsorgen muss, braucht flexiblere Formen der Geldanlage. Das schließt natürlich nicht aus, dass ein BAV Vertrag in bestimmten Konstellationen passend sein kann.

Altersvorsorge mit ETFs

Exchange Traded Funds (ETFs) sind eine kostengünstige Alternative zu aktiv gemanagten Investmentfonds. Du kannst in alle möglichen Anlageklassen investieren, z.B. in Aktien, Renten, Rohstoffe oder Edelmetalle.

Für die Altersvorsorge empfiehlt sich meiner Meinung nach ein hoher Aktienanteil. Insbesondere, wenn Du noch Jahrzehnte Zeit zum Sparen hast.

Aber wie genau unterscheiden sich ETFs von anderen, aktiv gemanagten Fonds?

Bei ETFs gibt es keine Fondsmanager. Niemand kümmert sich aktiv um eine konkrete Titelauswahl. Die Zusammensetzung orientiert sich in der Regel zu 100 % an dem zugrunde liegenden Index, wie z.B. DAX, Dow Jones, Euro Stoxx 50 oder MSCI World.

Dies führt zu sehr günstigen Kosten. Denn es muss sich niemand den ganzen Tag Gedanken darüber machen, welches die besten Wertpapiere sind. Dies führt zu einer deutlichen Kostenersparnis (ca. 80, 90 %) ggü. aktiv gemanagten Fonds. Das gesparte Geld landet nicht beim Anbieter, sondern in deinem Depot.

Breite Risikostreuung: Ein ETF investiert einfach in den gesamten Markt und streut die Risiken über verschiedene Unternehmen, Branchen, Länder und Währungen hinweg. Mit dem Kauf eines einzigen ETF auf den MSCI World ist dein Geld auf über 1.600 Unternehmen weltweit verteilt.

Der Erfinder der ETFs, John C. Bogle, hat es mal so ausgedrückt:

„Suche nicht die Nadel im Heuhaufen. Kaufe einfach den ganzen Heuhaufen“

Kaum ein aktiv gemanagter Fonds schlägt langfristig den Markt: Ein entscheidender Vorteil von ETFs ist, dass sie ziemlich genau die Rendite ihres Referenzindex (also den Markt-„Durchschnitt“) erwirtschaften. Dadurch weisen sie (trotz dieser „durchschnittlichen“ Entwicklung) im Ergebnis dennoch eine bessere Performance auf als die meisten aktiven Investmentfonds.

Hört sich paradox an, ist aber so: Mit der durchschnittlichen Marktrendite des Index erzielt ein Anleger eine überdurchschnittliche Rendite in dem Sinne, dass die meisten aktiven Fonds eben diesen Marktdurchschnitt nicht erreichen. Erst recht nicht unter Berücksichtigung der Kosten.

Altersvorsorge mit hoher Rendite

Mit ETFs kannst du schon mit kleinen Beträgen breit gestreut in Aktien investieren. Aktien haben bei einem Anlagehorizont von mindestens 15 Jahren immer eine positive Rendite gehabt (vgl. Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts).

Langfristig kannst Du mit einem breit gestreuten Aktien-ETF mit einer Rendite von 7-8% p.a. rechnen.

Ich bin ohnehin ein Fan der langfristigen „Buy and Hold“ Geldanlage. Zwischenzeitliche Schwankungen sitze ich einfach aus. Und ist der ETF-Sparplan erstmal eingerichtet, dann läuft der Vermögensaufbau bzw. die Altersvorsorge auf Autopilot.

Du kannst übrigens auch deine Vermögenswirksamen Leistungen, sofern dein Arbeitgeber dir diese gewährt, in Form eines ETF-Sparplans anlegen.

Die eigene Immobilie als Altersvorsorge?

Eine selbstgenutzte Immobilie wird bei der Altersvorsorge meiner Meinung nach oft überschätzt. Der Mietersparnis stehen regelmäßige Instandhaltungs- und Renovierungskosten gegenüber. Weiterhin fallen Erwerbsnebenkosten in Höhe von ca. 10 – 15% an, die nicht für andere Investments zur Verfügung stehen.

Vermietete Immobilien sind aus meiner Sicht hier schon attraktiver. Du kannst eine ganze Reihe an Kosten von der Steuer absetzen. Bei intelligenter Herangehensweise winken solide Renditen. Als Einführung in die Thematik gefällt mir das Buch* von Stefanie Schädel recht gut. Sie bietet auch einen Online-Kurs* zu diesem Thema an.

Meine Meinung über das Pro & Contra eines Immobilienkaufs findest du im entsprechenden Beitrag.

Eignet sich Gold als Altersvorsorge?

Edelmetalle wie Gold und Silber bieten in unruhigen Börsenzeiten einen Währungs- und Krisenschutz. Wichtig ist, sie physisch und vor allem günstig zu kaufen.

Aktuell ist Gold schwer „en vogue“ und hat zuletzt enorm an Wert gewonnen.

Aber eignet sich ein Goldinvestment im größeren Umfang auch als Altersvorsorge? Aus meiner Sicht nicht.

Meine Meinung zu Gold als Geldanlage habe ich schonmal separat kundgetan. Als kleine Beimischung (ca. 5% bis max. 10% vom Gesamtanlagevolumen) und ultimativer Krisenschutz ist es ok. In größerem Umfang würde ich persönlich aber nicht in Gold investieren.

Geldwerte vs. Sachwerte

Ganz allgemein möchte ich noch kurz auf den wichtigen Unterschied zwischen Geld- und Sachwerten eingehen.

Geldwerte sind Zahlungsversprechen für die Zukunft. Du gibst deiner Bank oder Versicherung Geld (in Form von Kontoguthaben, Festgeld oder durch Einzahlung in eine Renten- / Lebensversicherung), und die versprechen dir dafür Zinsen. Bei einer Staatspleite oder Währungsreform ist das Versprechen dann nicht mehr viel wert.

Sachwerte sind hingegen reale Werte wie Unternehmensbeteiligungen (Aktien), Immobilien, Rohstoffe oder Edelmetalle.
Gerade in unsicheren Zeiten und in der voraussichtlich noch lange andauernden Niedrigzinsphase sollten Sachwerte eine wichtige Rolle spielen. Dies liegt auch an der riesigen Staatsverschuldung, die langfristig zu einer spürbar höheren Inflation führen dürfte – und z.T. auch heute schon beobachtbar ist.

Berufsunfähigkeit versichern

Und noch etwas: Damit du auch im Falle einer Berufsunfähigkeit deine Altersvorsorge fortsetzen kannst, halte ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung für ratsam.

Hierbei geht es um die Absicherung der Arbeitskraft, und damit um unsere wichtigste Ressource, unser Humankapital. Zwar ist eine solche Versicherung nicht günstig. Aber wenn du dein Lebensarbeitszeit-Einkommen mal hochrechnest, dann kann das im Laufe der Jahrzehnte in die Hundertausende, wenn nicht Millionen gehen.

Welche Altersvorsorge ist die richtige?

Welche Altersvorsorge eignet sich für wen?

Natürlich hängt die geeignete Altersvorsorge von vielen, individuellen Besonderheiten ab: Familienstand und Familiensituation, persönliche Risikobereitschaft, Einkommenshöhe, ob man Förderungen unbedingt „mitnehmen“ möchte oder nicht, etc.

Auch für verschiedene Altersgruppen eignen sich unterschiedliche Vorsorgestrategien.

Die Entscheidungen aus dem letzten Jahr und der fortwährende Verlauf der Rentendebatte zeigen für mich eins: Auf Beschlüsse und Zusagen der Politik, die über einen Zeitraum von 10 Jahren hinausgehen, sollte man sich nicht verlassen.

Umso wichtiger ist es meiner Meinung nach, sich von politischen Entscheidungen und staatlichen Förderinstrumenten unabhängig zu machen.

Statt auf den letzten Zulagen-Euro für teure und unflexible Versicherungsverträge zu schauen, empfiehlt sich aus meiner Sicht für den Start ein ETF-Sparplan.

Warten ist teuer, und Altersvorsorge muss nicht kompliziert sein

Viele Menschen planen ihren nächsten Sommerurlaub sorgfältiger als ihre Finanzen im Ruhestand. Allerdings sollte jedem klar sein, dass der Staat nicht mal ansatzweise für eine ausreichende Rente im Alter sorgen kann. Trotzdem muss das Geld nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben vielleicht noch für 25, 30 oder noch mehr Jahre reichen.

Der Einstieg in die Altersvorsorge muss nicht kompliziert sein. Schon mit einem einzigen ETF-Sparplan auf den MSCI World kannst du auf vollkommen unkomplizierte Weise den Einstieg finden: Kostengünstig, flexibel, breit gestreut und mit der guten Aussicht auf eine langfristig attraktive Rendite.

Und je früher Du anfängst, desto besser. Beim Vermögensaufbau ist die Zeit dein Freund. Im Laufe der Jahre entfaltet der Zinseszinseffekt eine gewaltige Wirkung. Schon wenn Du wenige Jahre später anfängst, verschenkst Du Tausende von Euro an Zinseszinsen.

Fazit: Was ist die beste Altersvorsorge?

Das System der Altersvorsorge mit seinen Säulen, Bausteinen, staatlichen Förderungen und steuerlichen Besonderheiten (Entlastung in der Ansparphase vs. nachgelagerte Besteuerung) ist vielschichtig, teilweise kompliziert und zugegebenermaßen nicht ganz leicht zu durchblicken.

Dies führt dazu, dass sich zu viele Menschen mit Grausen abwenden und dieses wichtige Thema ignorieren bzw. auf die lange Bank schieben.

Es wird allerdings deutlich einfacher, wenn man sich emanzipiert und von der Politik unabhängig macht. Und einfach erstmal mit einem ETF-Sparplan startet.

Also – worauf wartest du noch? Lass‘ die Zeit für dich arbeiten. Nutze den Zinseszinseffekt und nimm dein Schicksal selbst in die Hand, um finanziell auf der sicheren Seite zu sein. Der Staat wird es nicht richten, da er es sich langfristig schlichtweg nicht leisten kann. Hoffen und warten hilft nicht – im Gegenteil. Am besten, du startest gleich jetzt.

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Bildnachweis (Artikelbild): stux auf pixabay.com

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