Jetzt loslegen – warum Altersvorsorge für die Generation Y so unglaublich wichtig ist

Altersvorsorge für Generation Y

Aktuell wird im Bundestag mal wieder eifrig über ein Rentenpaket diskutiert. Da sich die Große Koalition in den Koalitionsverhandlungen auf keine gemeinsame Linie einigen konnte, wurde für die Abstimmungen eine Rentenkommission ins Leben gerufen.

Schon jetzt zeichnet sich ab: Bezahlen werden die Rentenpläne (mal wieder) die Jungen, die ohnehin schon länger arbeiten müssen und geringere Rentenansprüche haben als die heutigen Rentner.

Doch klagen hilft nicht, sondern es gilt, sich den daraus ergebenden finanziellen Herausforderungen frühzeitig zu stellen und in punkto Altersvorsorge die Zeit bis zur Rente bestmöglich zu nutzen.

Auf ein Buch, welches zuletzt 2015 in der 5. aktualisierten Auflage erschienen (und somit fast schon ein „Klassiker“) ist, möchte ich in diesem Zusammenhang näher eingehen: „Der einfache Weg zum Wohlstand“ von Gottfried Heller. Die Inhalte sind aus meiner Sicht weiterhin brandaktuell und insbesondere für die Altersgruppe der „Millenials“ / Generation Y sehr hilfreich.

Ich habe schon sehr viele Bücher über Geldanlage gelesen, aber dieses gefällt mir mit am besten. Es zeichnet die großen Entwicklungslinien aus Politik, Finanzwelt, Demografie und gesellschaftlichen „Mega Trends“ und leitet hieraus die notwendigen Maßnahmen für die Themen Geldanlage und Altersvorsorge ab.

Insofern ist das Buch aus meiner Sicht auch kein reiner Anlageratgeber, sondern gleichzeitig ein ungemein spannendes Buch über wichtige Entwicklungen und Herausforderungen unserer Zeit.

Eine Strategie für die Geldanlage muss nicht kompliziert sein

Für mich war eine frühere Auflage dieses Buches der ausschlaggebende Impuls, einige getroffene Anlageentscheidungen zu korrigieren und einen wesentlichen Teil meiner langfristigen Geldanlage auf Aktien-ETF umzustellen. Hierfür bietet das Buch auch eine tolle Anleitung, da nicht nur konkrete Empfehlungen für die Aufteilung eines diversifizierten „Weltportfolios“ gegeben werden, sondern auch ganz konkrete Fonds, ETF und Einzelaktien genannt werden, um ein solches Portfolio im Wertpapier-Depot umzusetzen.

So ist übrigens auch der Titel des Buches zu verstehen: Nicht in dem Sinne, dass es leicht ist, von heute auf morgen reich zu werden. Sondern dass eine langfristige, aussichtsreiche Strategie für die Geldanlage nicht übermäßig kompliziert sein muss.

Vor diesem Hintergrund möchte ich einige wichtige Aspekte des Buches hier hervorheben und hoffe, dass hierdurch die Bedeutung des Themas „Altersvorsorge“ für unsere Generation erkannt wird. Wer dadurch „Appetit auf mehr“ bekommt, der sollte es dann selbst von vorne bis hinten durchlesen.

Der Generationenvertrag funktioniert nicht mehr

Einer der wichtigsten Aspekte des Buches ist das Thema „Altersvorsorge“. Es sollte sich mittlerweile rumgesprochen haben, dass die gesetzliche Rente für einen angemessenen Lebensstandard im Ruhestand nicht ausreichen wird.

Gerade für Berufseinsteiger und Young Professionals macht es langfristig einen riesigen Unterschied, ob sie ihr Geld zu mickrigen Zinsen oder mit einer (langfristig) ordentlichen Rendite anlegen.

Wenn Du die finanziellen Richtungsentscheidungen getroffen und Deine Sparaktivitäten auf den Weg gebracht hast, wirst Du Dich auch deutlich besser fühlen, da Du etwas gegen die drohende Altersarmut unternimmst. Und weil Du Dich nicht auf den Staat verlassen musst (mit ungewissem Ausgang), sondern Dein Schicksal selbst in die Hand nimmst.

Die heutige Zeit ist durch zahlreiche Krisen gekennzeichnet. Finanzkrisen, Eurokrise, Immobilienkrise, explodierende Staatsverschuldung, demografischer Wandel: Die Herausforderungen sind mannigfaltig. Die Industrieländer erleben gerade das Ende eines materiell goldenen Zeitalters.

Der auf dem Umlageverfahren basierende „Generationenvertrag“ funktioniert nicht mehr, da sich das Verhältnis von Beitragszahlern und Rentenbeziehern aufgrund geringerer Geburtenraten deutlich verschlechtert hat. Der Spruch des ehemaligen Sozialministers Norbert Blüm „Die Rente ist sicher“ gilt nicht mehr. Zumindest nicht dahingehend, dass diese auch eine ausreichende Höhe haben wird.

Insofern ist bei der Geldanlage ein Umdenken zwingend erforderlich.

In den Krisenjahren seit 2008 haben die Notenbanken eine Rolle übernommen, die über ihren eigentlichen Auftrag weit hinausgeht: Sie sind nicht mehr nur Währungshüter, sondern auch zum Retter von Banken und Staaten geworden.

Viele der durchgeführten „Rettungsaktionen“ gehen übrigens zu Lasten der deutschen Steuerzahler. Es ist erstaunlich, dass sich hier kein stärkerer Widerstand regt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die fast unlösbare Aufgabe, gleichzeitig eine Geld- / Zinspolitik für die (meist südeuropäischen) „Schuldnerstaaten“ als auch für die wirtschaftlich stärkeren „Nordländer“ zu machen.

Als deutscher Sparer wird man hierdurch gleich doppelt bestraft: Durch niedrige Zinsen einerseits, und durch eine mittelfristig höhere Inflation andererseits.

Doch wie gesagt, Jammern hilft nicht: Es gilt, hieraus die richtigen Schlüsse für die Geldanlage zu ziehen. Und dies bedeutet konkret: Vermehrt in Sachwerte (insb. Aktien) zu investieren, die Aussicht auf Rendite und Schutz vor Inflation bieten.

Aktienkultur muss sich in Deutschland noch entwickeln

Leider haben die meisten Anleger in Deutschland keine Erfahrung mit Aktien gemacht und scheuen das (vermeintliche) Risiko. Oder wenn sie erste Erfahrungen gemacht haben, dann waren es häufig keine guten. Die schlechte Entwicklung der viel beworbenen Telekom Aktie (erstmaliger Börsengang war 1996), das Platzen der Internetblase und der Crash am Neuen Markt (ab 2000), die Auswirkungen der Terroranschläge in New York am 11.09.2001 und die Immobilien- und Bankenkrise (ab 2008) führten zu einer Abkehr vieler Privatanleger von Aktien.

Festverzinsliche Anlagen sind aber keine empfehlenswerte Alternative: Durch das niedrige Zinsniveau erhalten Anleger häufig eine so geringe Rendite, dass sie (unter Berücksichtigung der Inflationsrate) reale Vermögensverluste erleiden. Auch die in Deutschland lange Zeit so beliebten Lebensversicherungen sind keine gute Wahl: Hohe Kosten, geringe Transparenz was mit den eingezahlten Beiträgen überhaupt passiert, die Abschaffung der früheren Steuerfreiheit und ein sukzessive immer geringerer Garantiezins machen diese immer unattraktiver. Man kann also beinahe von einem „Anlagenotstand“ sprechen.

ETF Sparpläne eignen sich sehr gut zum Vermögensaufbau und zur Altersvorsorge

Was also kannst Du tun, wenn nur Aktien eine attraktive Rendite versprechen, Du Dich aber nicht mit der Auswahl einzelner Aktien auseinandersetzen möchtest?

Investmentfonds bietet eine gute Gelegenheit für Anleger, die sich nicht näher mit der Geldanlage in Aktien beschäftigen wollen. Insbesondere als Sparplan für den langfristigen Vermögensaufbau sind sie gut geeignet. Schon mit geringen Anlagebeträgen kannst Du – je nach Fonds –  eine breite Streuung der Anlage in verschiedene Unternehmen, Branchen und Länder erfolgen. Sofern es sich um einen aktiv gemanagten Fonds handelt, sind aber durchaus üppige Gebühren (Ausgabeaufschlag, Verwaltungsgebühren) fällig.

Eine noch bessere Alternative sind meiner Meinung nach ETF (Exchange Trades Funds). Hierbei handelt es sich um passive Fonds, die einen Index (z.B. DAX, EuroStoxx50 oder MSCI World) abbilden. Da ETF auf ein aktives Fondsmanagement verzichten und lediglich den Index nachbauen, sind sie deutlich kostengünstiger. ETF werden – insb. von Direktbanken – auch als Sparpläne angeboten und eignen sich sehr gut zum Vermögensaufbau und zur Altersvorsorge.

Für junge Anleger, die einen Anlagehorizont (Zeit bis zur Rente) von 30 bis 40 Jahren haben, sollte die Anlage überwiegend in Aktien erfolgen, damit eine attraktive Rendite erzielt werden kann. Natürlich sind Aktien nicht risikolos, aber bei breiter Streuung und einem so langen Anlagehorizont sind die Risiken vertretbar. Außerdem sind Chance und Risiko bekanntermaßen zwei Seiten der gleichen Medaille.

Für Gottfried Heller gilt der Grundsatz: „Es ist ein Risiko, zu viel Risiko einzugehen; es ist aber auch ein Risiko, zu wenig Risiko einzugehen.

Wer als junger Anleger mit einem jahrzehntelangen Anlagehorizont Geld in Aktien (breit diversifiziert, z.B. über Aktien ETF) investiert, bekommt aller Voraussicht nach dank des Risikoaufschlags eine deutlich höhere Rendite, als wenn er sein Geld in festverzinsliche Anlagen steckt.

Wichtig ist, dass in einem Depot Chance und Risiko durch die richtige Wahl und Dosierung der Anlageklassen in ein ausgewogenes Verhältnis gebracht werden.

Für die ausgewogene Struktur einer Vermögensanlage ist es wie bei einer Fußballmannschaft: Um dauerhaft erfolgreich zu sein, braucht es eine gute Mischung aus Angriffsstärke, Ausdauer und Abwehrkraft.

Wie diese „gute Mischung“ ausschaut, wird im Buch anhand verschiedener Musterdepots dargestellt.

Warum Altersvorsorge so wichtig ist – und wie Du sie angehen kannst

Weniger Kinder, später in den Beruf, früher raus, länger leben, länger Rente beziehen: Wenn man das nebeneinander legt, muss man kein Mathematiker sein, da reicht Volksschule Sauerland, um zu wissen: Das kann nicht gehen. (Franz Müntefering)

Franz Müntefering, der frühere Minister für Arbeit und Soziales in der Bundesregierung unter Gerhard Schröder, hat das Dilemma der gesetzlichen Rentenversicherung auf seine unvergleichliche Art griffig zusammengefasst. Die unter der Schröder-Regierung eingeleiteten Rentenreformen (Erhöhung des Renteneintrittsalters, Absenkung des Rentenniveaus unter Berücksichtigung eines – soweit möglich generationengerechten – Nachhaltigkeitsfaktors) sind aber mittlerweile teilweise schon wieder rückgängig gemacht worden.

Es ist offensichtlich, dass sich hierdurch große Probleme für die heutigen jungen Menschen, also die Rentner von morgen und übermorgen, ergeben werden.

Wenn es nicht deutlich mehr Kinder gibt, die zukünftig in die Rentenversicherung einzahlen und das Rentenniveau stabilisieren (wovon nicht auszugehen ist), dann bleibt als Ausweg für jeden einzelnen nur die private Altersvorsorge. Und die Suche nach einer höheren Rendite. Klare Botschaft: Es wäre fahrlässig, sich bei der Altersvorsorge primär auf die staatliche Rentenversicherung zu verlassen.

Bei der Gestaltung eines entsprechenden Wertpapierdepots kommt es darauf an, ein gesundes Chancen-Risiko-Verhältnis zu erreichen. Die Ausprägung dieses Verhältnisses und die persönliche Risikobereitschaft sind aber eine individuelle Sache.

Um Deine ganz persönliche Risikobereitschaft richtig einschätzen zu können, enthält das Bucheinen Anlegertest. Anhand von 72 Fragen gibt der Test eine Antwort darauf, was für ein Anlegertyp Du bist und wieviel Risiko bei Deiner Geldanlage Du verträgst.

Weiterhin werden im Buch verschiedene Musterdepots mit konkreten Fonds-, Aktien- und ETF-Beispielen vorgestellt. Diese helfen dabei, das Gelesene auch in die Tat umzusetzen.

10 goldene Regeln für Anleger

Am Schluss des Buches fasst Gottfried Heller sein in mehreren Jahrzehnten erworbenes Wissen zur Geldanlage in folgenden Regeln zusammen:

  • Langfristig anlegen – Time und nicht Timing schafft Werte und spart Kosten.
  • In verschiedene Anlagearten investieren – das sorgt für Stabilität.
  • Sachwerte übergewichten – sie schützen vor Inflation und sorgen für gute Renditen.
  • Frühzeitig regelmäßig sparen – damit Zinseszins- und Cost-Average-Effekt voll wirken
  • Depot weltweit und nach Branchen streuen – das erhöht die Rendite und senkt das Risiko.
  • Value und Substanz sowie Dividendentitel bei Aktien bevorzugen – weil hier Gutes günstig zu haben ist.
  • Auf die Kleinen achten – weil Small Caps langfristig die besten Erträge bringen.
  • Keinen Investment-Moden nachlaufen – das bewahrt vor zu teurem Einkauf
  • Nur tun, was man versteht – komplizierte Anlagen bergen mehr Risiken, als man ahnt.
  • Realistische Ziele setzen – wer zu hohe Risiken eingeht, ist ein Spieler und kein Anleger.

Fazit

Mir persönlich hat dieses Buch nochmal eindringlich die Bedeutung des Themas „Altersvorsorge“ vor Augen geführt. Weiterhin hat es dazu geführt, dass ich meine Anlagestrategie nochmal überdacht und angepasst habe. So bin ich mittlerweile seit einigen Jahren ein überzeugter Investor in (überwiegend Aktien-) ETF und habe mir – auch mit Hilfe des Buches von Gottfried Heller – ein breit diversifiziertes „Weltportfolio“ aufgebaut, in das ich monatlich investiere und dessen Entwicklung ich gespannt verfolge.

Die Anlage in ETF bietet gegenüber anderen Anlageformen (z.B. Riester, Rürup, Betriebliche Altersvorsorge) auch den unschätzbaren Vorteil größtmöglicher Flexibilität. Du kannst jederzeit Deine Sparraten erhöhen, absenken oder auch vorübergehend aussetzen, wenn das Geld mal knapp ist. Da die Erwerbsbiografien der Generation Y (egal ob freiwillig oder unfreiwillig) häufig eher wechselhaft verlaufen, ist dies ein wichtiger Faktor. Außerdem kannst Du jederzeit auf das Geld zugreifen. Dies sollte zwar – wenn Du Deine langfristigen Sparziele erreichen willst – die absolute Ausnahme sein. Aber es ist gut zu wissen, dass es in „Notsituationen“ möglich ist.

Ich hoffe und wünsche mir, dass ich mit diesem Artikel und mit meinem Blog ganz allgemein dazu beitragen kann, diese wichtige Botschaft weiter zu verbreiten. Und Euch dadurch den vielleicht noch notwendigen Impuls zu geben, mit diesem wichtigen und zugleich spannenden Thema loszulegen. Das wichtigste ist, dass Ihr überhaupt erstmal mit Vermögensaufbau und Altersvorsorge anfangt. Die Zeit ist Euer Freund. Je früher Ihr mit der Altersvorsorge startet, desto mehr habt Ihr am Ende davon.

Wie Du direkt in 4 Schritten Deinen Vermögensaufbau mit einem ETF-Sparplan starten kannst, habe ich hier beschrieben.

Ich wünsche Euch dabei viel Erfolg.

Bildnachweis: © geralt von pixabay.com

 

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