10 Thesen über die Generation Y und Finanzen

Generation Y und Finanzen

Als Generation Y wird die Gruppe derjenigen bezeichnet, die (ungefähr) zwischen 1980 und 2000 geboren wurde. Das „Y“ wird englisch „Why“ ausgesprochen. Hierdurch soll ausgedrückt werden, dass ein besonderes Merkmal dieser Generation das kritische Hinterfragen ist.

Diese Generation der „Millenials“ gilt als gut ausgebildet, motiviert und technikaffin.

Sinnhaftigkeit bei der Arbeit, Selbstbestimmung und Work-Life-Balance zählen oft mehr als eine steile Karriere entlang klassischer Hierarchien.

Während ihrer Jugend haben die „Millenials“ bereits große Krisen erlebt, wie beispielsweise die Terroranschläge vom 11. September 2001 in New York oder die globale Finanzkrise ab dem Jahr 2007, die ihren Höhepunkt im Zusammenbruch der US-amerikanischen Großbank „Lehman Brothers“ im September 2008 hatte.

Hierdurch hat die Generation Y auch gelernt, mit Unsicherheit in der Lebensplanung umzugehen.

Doch was bedeutet das alles für den Themenkomplex „Finanzen“? Hierzu meine 10 Thesen:

Erste These: Die demografische Entwicklung hilft den „Millenials“ – bei guter Ausbildung – auf dem Arbeitsmarkt (aufgrund der geringer werdenden Konkurrenz).  Bei der Rente wird der demografische Wandel aber zum Problem für die Generation Y, da immer weniger „Ypsiloner“ für immer mehr Rentner zahlen müssen. Die zu erwartende staatliche Rente nimmt immer mehr ab. Deswegen ist es besonders wichtig, frühzeitig die private Altersvorsorge in Angriff zu nehmen.

Zweite These: In Zeiten von Finanzkrise(n) und Niedrigzinspolitik genießt der Bankensektor nur noch ein geringes Vertrauen. Aufgrund der Erfahrungen aus der Finanzkrise ist es ihnen für eine Anlageentscheidung wichtig, dass ein Finanzprodukt transparent und einfach zu verstehen ist.

Dritte These: Digitale Angebote (z.B. Onlinebanking und RoboAdvisor) ersetzen zunehmend die klassische Bankfiliale. Um die „Millenials“ in eine Filiale zu locken, bedarf es innovativer Filialkonzepte.

Vierte These: In vielen Schulen wird (weiterhin) finanzielles Grundlagenwissen nur unzureichend vermittelt. Daher gewinnen Informationsangebote zur finanziellen Bildung im Internet zunehmend an Bedeutung.

Fünfte These: Viele „Ypsiloner“ sind behütet und konsumorientiert aufgewachsen. Sie genießen teilweise auch nach dem Berufseinstieg noch finanzielle Unterstützung der Eltern. Konsumwünsche sollen nach Möglichkeit sofort erfüllt werden. Sparen steht weniger im Fokus.

Sechste These:  Die Generation Y möchte ihr Leben im Hier und Jetzt genießen. Dies führt dazu, dass es häufig an langfristigen Finanzplänen mangelt. Obwohl die Notwendigkeit hierfür besonders groß ist.

Siebte These: Männer kümmern sich häufiger und intensiver um Finanzthemen als Frauen. Dies ist problematisch, da Frauen insbesondere in dieser Generation vor besonderen finanziellen Herausforderungen stehen.

Achte These: Flexibilität ist ein wichtiger Faktor: Wer in unsicheren Zeiten seine Zukunft planen und für sein Alter vorsorgen muss, braucht flexible Formen der Geldanlage. Es sollte möglich sein, je nach Lebenssituation die Vorsorge zu erhöhen, zu reduzieren oder temporär auszusetzen.

Neunte These: Nicht alle, aber doch einige „Millenials“ werden von einem enormen Vermögenstransfer profitieren. Große Vermögen werden vererbt.

Zehnte These: Viele Vertreter der Generation Y wollen nicht in Unternehmen investieren, die ihr Geld z.B. durch Krieg, Kinderarbeit oder zu Lasten der Umwelt verdienen. Nachhaltige / ethische Investments gewinnen an Bedeutung. Dies zeigt sich an einer deutlichen Zunahme entsprechender Angebote.

Bildnachweis: © geralt von pixabay.com

 

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