Wie Du Deine finanziellen Ziele definierst – und warum Du dabei SMART vorgehen solltest

In meinem Artikel über die Ordnung Deiner Finanzen habe ich schon ein erstes, wichtiges Sparziel erwähnt: Die Reserve für Unvorhergesehenes. Ich empfehle Dir, hierfür perspektivisch zwei bis drei Netto-Monatsgehälter anzusparen.

Darüber hinaus gibt es weitere Sparziele, die Du für Dich definieren solltest.

Mittelfristige Sparziele identifizieren

Mittelfristige Sparziele können ein schöner Urlaub, Möbel für die neue Wohnung oder das Ansparen von Eigenkapital für einen Immobilienkauf sein. All das sind für mich Beispiele für motivierende Sparziele, für die es sich lohnt, auf einen Teil anderweitiger monatlicher Konsumaktivitäten zu verzichten. Wenn Du schon jetzt die nächste Weiterbildung im Blick hast, ist diese auch ein mögliches und lohnendes Sparziel. Die Investition in Deine Aus- und Weiterbildung ist meiner Meinung nach die beste, die Du tätigen kannst, da hier ein ordentlicher „Return on Investment“ zu erwarten ist.

Häufig hängen diese Sparziele mit den übergreifenden persönlichen Lebenszielen zusammen und sind daher individuell verschieden. Ausgangspunkt für Deine Überlegungen sollten daher folgende Fragestellungen bzgl. Deiner persönlichen Lebensziele sein, zum Beispiel:

  • Familie: Möchtest Du mal Kinder haben?
  • Immobilie: Möchtest Du mal in den eigenen vier Wänden leben, oder ist Dir Flexibilität bzgl. Wohnort und Art der Wohnung wichtiger?
  • Weiterbildung: Welche Qualifikation / welchen Abschluss möchtest Du noch erwerben?
  • Karriere: Wie weit möchtest Du aufsteigen?
  • Sabbatical: Möchtest Du in ein paar Jahren mal eine längere Pause vom Beruf einlegen, z.B. um eine längere Reise zu unternehmen?

Sobald Du diese (zunächst für Zeiträume von 3, 5 bzw. 10 Jahren) identifiziert hast, solltest Du diese SMART formulieren. Das bedeutet, dass Du das jeweilige Ziel

  • S = Specific (spezifisch)
  • M = Measurable (messbar)
  • A = Achievable (erreichbar)
  • R = Reasonable (realistisch)
  • Timebound (terminiert)

definieren solltest.

Bei konsequenter Anwendung ergeben sich klare, mess- und überprüfbare Ziele.

Halte Deine Ziele schriftlich fest. Dies

  • führt zu gedankliche Klarheit
  • erhöht die Verbindlichkeit
  • hilft Dir bei der Realisierung.

Es ist wie bei einem Navigationsgerät: Je genauer Du das Ziel eingibst, desto einfacher ist es, den Weg dorthin zu finden.

Deine Altersvorsorge ist Dein wichtigstes langfristiges Sparziel

Neben der Reserve für Unvorhergesehenes und den verschiedenen möglichen mittelfristigen Sparzielen gibt es ein langfristiges Sparziel, um das Ihr als Berufsstarter und Young Professionals nicht herumkommt: Das Thema „Altersvorsorge“.

Die gesetzliche Rentenversicherung wird aufgrund des demografischen Wandels nicht mehr in der Lage sein, für die „Millenials“ / die Angehörigen der Generation Y eine Rente auszuzahlen, die es erlaubt, den vorherigen Lebensstandard auch nur annähernd beizubehalten.

Grund hierfür ist das sogenannte „Umlageverfahren“. Du als Beitragszahler baust in diesem Verfahren keinen Kapitalbestand für Deine eigene Rente auf, der über die Jahre verzinst wird und für Dich arbeitet. Stattdessen werden Deine Beiträge direkt dafür verwendet, die Bezüge der aktuellen Rentenbezieher zu finanzieren. Dafür erwirbst Du den Anspruch auf eine spätere eigene Rente.

Da sich das Verhältnis von jungen zu alten Menschen immer weiter verschiebt, müssen immer weniger berufstätige Beitragszahler immer mehr Rentner finanzieren. So weit, so schlecht.

Du hast genug Zeit – nutze sie

Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Da Du noch jung bist und viele Berufsjahre vor Dir hast, bleibt ein Zeitraum von mehreren Jahrzehnten, den Du für die Altersvorsorge und den Vermögensaufbau nutzen kannst. Und dabei hilft Dir der sogenannte „Zinseszinseffekt“: Dieser beruht darauf, dass ausgezahlte Zinsen die Anlagesumme erhöhen und damit bei der nächsten Ausschüttung wiederum höhere Zinserträge generiert werden (zusätzlich zu den „einfachen“ Zinsen). Dieser Effekt funktioniert genauso für andere Form der Geldanlage, z.B. für die Rendite am Aktienmarkt.

Beginne jetzt mit Deiner Altersvorsorge – und lasse die Zeit für Dich arbeiten

Je früher Du also mit der Altersvorsorge anfängst, desto größer ist die Summe, die zum Renteneintritt für Dich zur Verfügung steht. Auch mit kleinen Beträgen kannst Du über einen so langen Zeitraum schon eine Menge erreichen.

Das wichtigste ist, dass Du loslegst.

Auf mögliche Formen der Altersvorsorge und deren Eignung aus meiner Sicht gehe ich in separaten Beiträgen z.B.  über ETF, Riester-Rente und Rürup-Rente ein.

Bildnachweis: © 3dman_eu von pixabay.com

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