Der 4 Stufen Plan: Schritt für Schritt zum finanziellen Erfolg

Finanziell erfolgreich: mit dem 4 Stufen Plan

Die privaten Finanzen verwalten und planen – so funktioniert es.

Ich bin ein großer Fan von Struktur und Planung. Beides ist für mein berufliches Umfeld im Projektmanagement unabdingbar. Gleiches gilt meiner Meinung nach aber auch für die privaten Finanzen.

Daher möchte ich in diesem Artikel beschreiben, welche grundlegende Struktur aus meiner Sicht geeignet ist, um die Finanzen in den Griff zu bekommen und seine finanziellen Ziele zu erreichen.

Hast Du Dir schonmal im Detail Gedanken über Deine finanziellen Ziele gemacht? Mir hat es geholfen, meine finanziellen Ziele zunächst in unterschiedliche Zeithorizonte zu unterteilen: kurzfristig, mittelfristig und langfristig.

Geld langfristig anzulegen ist nur dann sinnvoll, wenn es tatsächlich für einen langen Zeitraum nicht benötigt wird. Es wäre fatal, das in Aktien investierte Geld aufgrund eines kurzfristigen Liquiditätsbedarfes in einer Abschwungphase der Börse zu benötigen und diese zu schlechten Kursen zu verkaufen.

Deswegen ist es sinnvoll, seinen Finanzen und Sparaktivitäten eine Struktur zu geben, die die unterschiedlichen Ziele und Zeithorizonte berücksichtigt.

Hierfür eignet sich der nachfolgend beschriebene 4-Stufen-Plan.

Stufe 1 als Basis: Die laufenden Einnahmen und Ausgaben im Blick haben

Finanzen verwalten: Der erste wichtige Schritt besteht darin, Transparenz über seine (einmaligen und laufenden) Ausgaben zu erlangen und zu behalten.

Hierbei hilft mir, ein Haushaltsbuch zu führen. Dies kann man – je nach Vorliebe – ganz „old school“ in einem Notizbuch oder in einer Excel-Tabelle tun. Ich selbst nutze hierfür eine App auf meinem Smartphone. Dies hat den Vorteil, dass ich dieses meistens bei mir habe und getätigte Ausgaben sofort erfassen kann.

So behältst Du immer den Überblick, wieviel Deines monatlichen Budgets noch verfügbar ist (unter Berücksichtigung der später im Monat noch folgenden Abbuchungen).

Auf dieser Basis bist Du dann in der Lage, über Dein Girokonto / Gehaltseingangskonto den Zahlungsverkehr zu regeln und einen ausreichenden Betrag für die laufenden monatlichen Ausgaben vorzuhalten.

Wichtig: Eine (längerfristige) Kontoüberziehung solltest Du nach Möglichkeit vermeiden, denn die Überziehungszinsen sind teuer.

Stufe 2: Eine Reserve für Unvorhergesehenes aufbauen („Notgroschen“)

Finanzen verwalten – nächster Schritt. Wenn Du Deine monatlichen Einnahmen und Ausgaben im Griff hast und einen ausreichenden Betrag für die monatlichen Abbuchungen und laufenden Ausgaben auf Deinem Girokonto vorhältst, kannst Du die nächste Stufe angehen: Den Aufbau einer „eisernen Reserve“.

Hier sind wir dann auch schon bei den finanziellen Zielen angekommen. Ein erstes sinnvolles Ziel besteht darin, eine Reserve für Unvorhergesehenes zu bilden. Dies kann eine plötzlich defekte Waschmaschine, eine Nebenkosten-Nachzahlung für Deine Wohnung oder eine Auto-Reparatur sein. Streng genommen sind diese Ereignisse ja gar nicht so unvorhersehbar. Die Frage ist weniger ob, sondern eher wann sie eintreten. Vor diesem Hintergrund ist es gut, eine entsprechende Reserve aufzubauen.

Damit Du nicht Dein ganzes nach den laufenden Ausgaben aus Stufe 1 noch verfügbares Budget „verkonsumierst“, empfehle ich Dir, ein separates Tagesgeldkonto zu eröffnen. Von Deinem Girokonto (Gehaltseingangskonto) kannst Du dann einen Dauerauftrag auf Dein Tagesgeldkonto einrichten. Der Abbuchungstermin liegt sinnvollerweise direkt nach dem Gehaltseingang. So verhinderst Du, dass Du das Geld schon ausgibst, bevor Du es beiseite legen kannst.

Als grobe Faustregel gilt, hier eine Reserve in Höhe von zwei bis drei Netto-Monatsgehältern anzusparen und vorzuhalten. Die Höhe kann je nach finanziellem Spielraum und Sicherheitsbedürfnis variieren. Wer sehr vorsichtig ist und den Spielraum hat, kann hier noch ein bis zwei Netto-Monatsgehälter zusätzlich zurücklegen.

Stufe 3: Geld für größere, geplante Anschaffungen zurücklegen

Finanzen verwalten – dritter Schritt. Sobald Du Deine „eiserne Reserve“ aufgebaut hast, gilt es, die nächste Stufe der Finanzplanung zu erklimmen: Das Geld für größere, mittelfristig geplante Anschaffungen.

Sofern Du den Erwerb einer Immobilie planst, kann das Ziel im Ansparen eines entsprechenden Eigenkapitalanteils sein. Aber auch der Kauf eines Autos, die nächste große Reise (ggf. verbunden mit einem mehrmonatigen Sabbatical) oder eine geplante, selbst finanzierte Weiterbildung gehören in diese Kategorie.

Häufig hängen diese Sparziele mit den übergreifenden persönlichen Lebenszielen zusammen und sind daher individuell verschieden. Ausgangspunkt für Deine Überlegungen sollten daher Fragestellungen bzgl. Deiner persönlichen Lebensziele sein.

Wie viel Geld auf dieser Stufe zu sparen ist, hängt also stark von den jeweiligen Zielen ab. Die hierfür notwendige monatliche Sparrate wird dadurch definiert, wieviel Zeit Du Dir gibst, das Ziel zu erreichen.

Auch die Wahl einer geeigneten Anlageform hängt vom Zeithorizont ab. Je kürzer die Anlagedauer bis zum angestrebten Zeitpunkt der Zielerreichung ist, desto weniger risikoreich sollte die Anlageform sein. In Frage kommen Festgeld oder Anleihen von Schuldern mit einer guten Bonität (mit einer auf die Spardauer abgestimmten Laufzeit / alternativ entsprechene Anleihen-ETFs). Aktien eignen sich bei einem Anlagehorizont von nur zwei oder drei Jahren aufgrund des Schwankungsrisikos weniger.

Stufe 4: Vermögensaufbau und Altersvorsorge angehen

Finanzen verwalten und planen – letzter Schritt. Sobald diese drei Stufen absolviert und die benötigten Summen angespart sind, wartet ein aus meiner Sicht besonders wichtiges, wenn nicht das wichtigste Sparziel: Die Altersvorsorge.

Demografischer Wandel, Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), mangelnde politische Reformbereitschaft: Es gibt viele Gründe, warum die Altersvorsorge gerade für die Generation der Millennials besonders wichtig ist.

Gleichzeitig sind Vermögensaufbau und Altersvorsorge die Ziele mit dem längsten Anlagehorizont.

Je länger der Anlagehorizont ist, desto stärker kannst (und solltest Du aus meiner Sicht) auf Aktien als Anlageform setzen. Denn eins sollte heute jedem Anleger klar sein: Mit Zinsanlagen allein lässt sich heute nicht einmal die Inflationsrate ausgleichen. Wer langfristig eine attraktive Rendite erwirtschaften möchte, kommt an Aktien nicht vorbei.

Besonders gut geeignet für den Vermögensaufbau sind Aktien-ETFs. ETFs sind

  • breit gestreut über Branchen, Länder und Währungen hinweg – hierdurch besteht ein reduziertes Risiko bzgl. großer Schwankungen;
  • kostengünstig – die Rendite wird durch Kosten deutlich weniger geschmälert als bei aktiv gemanagten Fonds;
  • transparent – für den Anleger ist nachvollziehbar, welche Aktien im Index enthalten sind und wie sich der Index / ETF entwickelt;
  • flexibel Du kannst Deine monatlichen Sparraten jederzeit anpassen oder bei Bedarf auch mal aussetzen.

Welche Kriterien Du bei der Auswahl geeigneter Aktien-ETFs zugrunde legen solltest, habe ich in einem separaten Artikel beschrieben.

Fazit

In diesem Artikel habe ich beschrieben, wie Du Deine Finanzen verwalten und schrittweise planen kannst. Natürlich ist es möglich, die Stufen auch parallel anzugehen. Allerdings bin ich da ein Freund der Fokussierung und eines schrittweisen Vorgehens.

Gerade in den ersten Berufsjahren ist das Gehalt häufig noch nicht so üppig, um alle Stufen gleichzeitig zu erklimmen (also zu besparen).

Es besteht dann die Gefahr, sich mit seinen Sparaktivitäten zu übernehmen. Und bei allem Ehrgeiz sollten die Sparziele realistisch sein.  Die Freude an den Sparaktivitäten, die Vorfreude auf das Erreichen der Sparziele, sollten nicht unter falschem Ehrgeiz leiden.

Bildnachweis: © distel2610 von pixabay.com

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