Finanzen im Griff: Meine Tipps zum Budgetieren und Sparen

Budgetieren und Sparen - mit dem 3 Konten Modell und dem System der 6 Jars

Vermögensaufbau beginnt mit der Kontrolle über Dein Geld. Um ein Vermögen aufzubauen, musst Du zunächst monatlich Geld übrig haben, um es renditeträchtig anlegen zu können.

Aber wie schaffst Du es, Dein monatliches Gehalt nicht einfach zu verkonsumieren, sondern möglichst viel davon für den Vermögensaufbau beiseite zu legen?

Mangelndes Einkommen ist häufig nicht das Problem. Gewohnheiten, die zu übermäßigem Geldausgeben führen, bestehen in jeder Gehaltsklasse. Wenn Du Deine Finanzen in den Griff bekommen möchtest, musst Du Deine Geld raubenden Gewohnheiten ändern.

Mein Tipp: Zunächst solltest Du mit einem Haushaltsbuch Transparenz über Deine Einnahmen und Ausgaben herstellen. Deine monatlichen Ausgaben solltest Du dann in Ruhe durchgehen und jeden Posten kritisch überprüfen. Hierbei kann der eine oder andere meiner Spartipps helfen. Und schließlich solltest Du für verschiedene Ausgabenkategorien feste Budgets definieren und diese konsequent einhalten.

Wo Du nach Sparpotenzialen suchen und wie Du am besten Deine Budgets definieren kannst, davon handelt dieser Artikel.

Mit einem Haushaltsbuch Transparenz über Einnahmen und Ausgaben herstellen

Wenn Du Dir einen umfassenden Überblick über Einnahmen und Ausgaben verschaffst, kannst Du erkennen, für welche Dinge Du wie viel Geld ausgibst. Diese Transparenz hilft Dir dabei, Dein Ausgabenverhalten in bestimmten Bereichen – wo notwendig – aktiv zu verändern und dadurch Geld zu sparen.

Was sind Deine größten Ausgabenblöcke im Konsum? Kaufst Du gerne und häufig teure Klamotten? Gehst Du häufig auswärts essen? Vergeht kein Tag, ohne dass Du Dir auf dem Arbeitsweg einen „Coffee to go“ gönnst? Mit einem Haushaltsbuch erkennst Du schnell, wo Deine Ausgabenschwerpunkte liegen.

Ein Haushaltsbuch kannst Du als Notizbuch, Excel-Tabelle oder über eine App führen. Ich selbst nutze hierfür eine App auf meinem Smartphone. Dies hat den Vorteil, dass ich dieses meistens bei mir habe und getätigte Ausgaben sofort erfassen kann.

Je länger und detaillierter Du Dein Haushaltsbuch führst, desto klarer werden Dir Deine Gewohnheiten, und Du kannst Deine finanziellen Schwachstellen identifizieren.

Die nachstehenden Spartipps helfen Dir dabei, Ansatzpunkte für Sparpotenziale zu identifizieren.

Spartipps, die wirklich weiterhelfen

Schon wenn Du einige der folgenden Spartipps berücksichtigst, hilft Dir das, mehr Geld für Deinen Vermögensaufbau oder Deine Altersvorsorge zur Verfügung zu haben.

Es geht hier nicht um Tipps wie „Zahnpastatube aufschneiden“ oder „Teebeutel zweimal verwenden“, sondern um Dinge, mit denen Du wirklich einen spürbaren Effekt erzielen kannst.

Auto

  • Brauchst Du wirklich eins? Mit Benzin, Versicherung und ggf. Finanzierung ist ein Auto ein enormer Kostenfaktor.
  • Wenn Du ein Auto brauchst: Kauf einen Gebrauchtwagen. Ein Neuwagen verliert direkt nach dem Kauf 15 – 20% an Wert.
  • Wenn Du nur ab und zu ein Auto benötigst: Überlege Dir, ob Carsharing eine Alternative ist.
  • Nimm öfter mal das Fahrrad, um Benzin zu sparen.

Wohnen & Haushalt

  • Überlege, in eine günstigere Wohnung / Gegend ziehen: Deine Wohnung ist meist (neben dem Auto) der größte Kostenblock.
  • Durch einen Wechsel des Strom- und Gasanbieters kannst Du häufig einen ansehnlichen Betrag einsparen.
  • Achte beim Kauf von Haushaltsgeräten auf Energieeffizienz – das macht sich auf Dauer bezahlt.
  • Überprüfe Dein Heizverhalten und entlüfte regelmäßig die Heizung.
  • Ungenutzte Gegenstände (z.B. aus Deinem Kleiderschrank, Bücher, DVDs) kannst Du online oder auf dem Flohmarkt verkaufen und das eingenommene Geld anlegen.
  • Die Stand-by Funktion bei elektronischen Geräten solltest Du ausschalten und hierdurch Strom sparen.

Konsum

  • Vermeide Konsumschulden: Wenn Du Dir etwas nicht leisten kannst, dann nimm‘ hierfür auch keinen Ratenkredit auf.
  • Höre mit dem Rauchen auf: Du sparst viel Geld und hörst auf, Deiner Gesundheit zu schaden.
  • Verzichte auf den täglichen „Coffee to go“ auf dem Arbeitsweg. Ein Kaffee von zu Hause im Thermosbecher spart auf’s Jahr gerechnet eine Menge Geld.
  • Verzichte darauf, Dir alle 2 Jahre ein neues Smartphone zuzulegen. Die Geräte funktionieren auch länger.
  • Triff‘ Dich mit Freunden auch mal zu Hause, statt immer auswärts essen zu gehen.
  • Vermeide Impulskäufe: Hast Du z.B wirklich Zeit, das neue Buch zu lesen, oder wandert es zu Hause nur auf einen ohnehin viel zu großen Stapel ungelesener Bücher? Schlafe lieber nochmal eine Nacht, bevor Du es kaufst, und frage Dich: Brauche ich das wirklich?
  • Verzichte auf eine Kreditkarte: Du verlierst damit schnell den Überblick über  Deine Ausgaben.
  • Kleidung am besten antizyklisch und reduziert kaufen.

Versicherungen, Abonnements & Verträge

  • Versicherungen: Prüfe Deine Tarife und wechsle zu einem günstigeren Anbieter / Tarif.
  • Bei frisch zusammengezogenen Paaren: Vermeidet doppelte Versicherungen.
  • Kündige bestehende Verträge (Smartphone, TV, Internet) – meist bekommst Du ein besseres Angebot, als wenn Du die Verträge einfach weiterlaufen lässt.
  • Kündige Zeitschriften-Abos, wenn Du diese ohnehin kaum liest.
  • Mitgliedschaft im Fitnessstudio: Nutzt Du diese wirklich, oder bist Du eine „Karteileiche“? Wenn Du nicht regelmäßig hingehst, kündige Deinen Vertrag. Gerade im Sommer kannst Du auch wunderbar Sport im Freien treiben.
  • Nutze WLAN, statt teure zusätzliche Datenpakete für unterwegs zu buchen, wenn Dein Inklusivvolumen verbraucht ist.
  • Falls Du tief im Dispo-Kredit steckst und nicht so ohne weiteres wieder herauskommst: Löse den Dispo mit seinen teilweise horrenden Zinsen mit einem günstigen Ratenkredit ab.

Lebensmitteleinkauf

  • Mache Dir einen Wochenplan.
  • Schreibe Dir eine Einkaufsliste und kaufe nur das, was drauf steht. Vermeide Impulskäufe.
  • Kaufe saisonal und regional ein.
  • Selbst zu kochen ist günstiger und gesünder, als Fertiggerichte zu kaufen.
  • Seltener Fleisch und häufiger Gemüse zu essen, entlastet das Budget.
  • Reste lassen sich häufig noch verwerten, statt sie wegzuwerfen.
  • Auf Mineralwasser kannst Du auch verzichten, und stattdessen Leitungswasser trinken.

Und noch ein letzter Spartipp: Wirf restliches Kleingeld vom Einkauf in ein Sparschwein. Mit der Zeit kommt hier einiges zusammen, ohne dass Du es wirklich spürst.

Budgetieren und Sparen sind die Basis für Deinen finanziellen Erfolg

Ein wichtiges Hilfsmittel, um seine Finanzen in den Griff zu bekommen, ist das Budgetieren. Du unterteilst Dein Budget in Ausgabenblöcke und legst fest, wieviel Du monatlich für welchen Bereich ausgeben kannst und möchtest.

Finanziellen Erfolg wirst Du nur haben, wenn Du das Geld nicht mit vollen Händen (für häufig unnötige Dinge) ausgibst. Eine sparsame Lebensweise unterstützt Dich auf Deinem Weg zum Wohlstand.

Sparen fällt aber vielen Menschen schwer. Solange noch Geld auf dem Konto (oder Spielraum beim Dispositionskredit…) ist, wird das Geld munter ausgegeben.

Daher ist es gut, schon vorher anzusetzen – bevor das Geld für Konsum ausgegeben werden kann. Und hier kommt das 3-Konten-Modell ins Spiel.

Das 3-Konten-Modell

Das 3-Konten-Modell besteht, wie der Name bereits ausdrückt, aus drei Konten:

  • Basiskonto
  • Sparkonto
  • Spaßkonto.

Das Basiskonto dient als Gehaltseingangskonto und ist gleichzeitig für die laufenden Ausgaben gedacht: Miete, Lebensmittel, Kleidung, Versicherungen etc.

Auf das Sparkonto fließen die Sparbeiträge. Und zwar nicht das, was am Ende des Monats (vielleicht) übrig bleibt. Sondern der Betrag, den Du bereits am Anfang des Monats bzw. direkt nach Deinem Gehaltseingang per Dauerauftrag dorthin überweist. Dies ist ein von Dir festgelegter, ambitionierter aber gleichzeitig realistischer Prozentsatz Deines monatlichen Einkommens. Dieses Geld sollte niemals für Konsum verwendet werden, sondern im Rahmen Eurer Geldanlage investiert werden.

Das dritte Konto ist das Spaßkonto. Auch auf dieses Konto fließt – direkt nach dem Gehaltseingang – ein monatlich fixer Betrag, der für alles ausgegeben werden kann, was Dir Spaß macht: Shopping, Kino, Restaurantbesuche oder einen Wochenendtrip.

Das wichtigste ist, die überwiesenen Beträge diszipliniert nur für den Zweck des jeweiligen Kontos zu verwenden. Gelder vom Sparkonto für Spaß und Konsum zu verwenden, ist tabu. Je nachdem, wie hoch Deine monatlichen Fixkosten für das Basiskonto sind, kannst Du den Restbetrag auf die beiden anderen Konten aufteilen. Beispiel: 60% gehen auf das Basiskonto, 20% auf das Sparkonto und 20% auf das Spaßkonto.

Eine weitere Ausdifferenzierung Deiner Budgets kannst Du mit Hilfe der 6 Jars vornehmen.

Das System der 6 Jars

Hierbei geht es um die Planung Deiner regelmäßigen (i.d.R. monatlichen) Einnahmen und Ausgaben. Das System der 6 Jars sieht folgende Aufteilung des monatlichen Nettoeinkommens auf die jeweiligen „Budgettöpfe“ vor:

    1. Notwendiges (Miete / Eigenheim-Hypothek, Lebensmittel, Versicherungen): 55%
    2. Langfristige Ersparnisse (für größere Anschaffungen): 10%
    3. Passives Einkommen (Investments, welche Dein passives Einkommen vergrößern, z.B. Aktien): 10%
    4. Bildung (Bücher, Seminare, Weiterbildungen): 10%
    5. Spaß (zum „Verprassen“ für alles, was Dir Spaß macht): 10%
    6. Spenden (für einen guten Zweck, der Dir am Herzen liegt): 5%

Ziel dieser Aufteilung ist, jedem Euro Deines Geldes eine Aufgabe zuzuweisen. Wichtig ist, die Budgets konsequent einzuhalten. Voraussetzung hierfür ist, dass Du den Überblick über Deine Ausgaben behältst. Führe hierfür – wie bereits oben beschrieben – ein Haushaltsbuch.

Topf 1 lässt sich dem Basiskonto aus dem 3-Konten-Modell zuordnen, die Töpfe 2-4 dem Sparkonto, und die Budgettöpfe 5 und 6 dem Spaßkonto.

Die genannten Prozentwerte sind als Richtwerte zu verstehen und können natürlich im individuellen Fall abweichen.

Wochenbudgets mit Briefumschlägen

Manche Leute schwören auch darauf, Ihr Wochenbudget dadurch im Blick zu behalten, dass sie einfach für jede Woche einen Briefumschlag mit dem gemäß Budget vorgesehenen Geldbetrag mit Bargeld befüllen. Ein Tipp aus Großmutters Zeiten, der aber auch heute noch gut funktioniert.

Fazit

Die Kernbotschaft lautet: Nicht durch Dein Einkommen, sondern durch das Sparen wirst Du reich.

Die Definition von Budgets und deren disziplinierte Einhaltung spielen hierbei eine äußerst wichtige Rolle. Mit dem 3-Konten-Modell oder (etwas differenzierter) dem System der 6 Jars habe ich Ansätze beschrieben, die Dich dabei unterstützen.

Meine Spartipps dienen als Hilfestellung, unnötige Ausgaben zu vermeiden oder zu senken, damit mehr Geld in Vermögensaufbau und Altersvorsorge fließen kann.

Wichtig ist, dass Du direkt und konsequent mit der Umsetzung beginnst. Verschiebe also nicht die Kündigung eines Zeitschriften-Abos oder eines TV- oder Musikkanals auf den Tag X, sondern gehe die Dinge direkt an.

Und bei allem Ehrgeiz zu sparen ist es auch wichtig, das Leben im Hier und Jetzt nicht zu vergessen – daher ist auch das Spaßkonto nicht zu vernachlässigen. Aber eben mit Augenmaß, und nicht ohne Sinn und Verstand.

Bildnachweis: © geralt von pixabay.com

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Finanzen im Griff: Budgetieren und Sparen - meine besten Tipps

2 Gedanken zu „Finanzen im Griff: Meine Tipps zum Budgetieren und Sparen

  • 28. Oktober 2018 um 7:09
    Permalink

    Sehr ausführlicher Artikel mit guten Tipps! Besonders das 3Konten Modell wirkt wahre Wunder.

    Antworten
    • 28. Oktober 2018 um 7:49
      Permalink

      Hallo Hans,
      vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich bin auch der Meinung, dass eine Separierung der Finanzen auf die drei genannten Konten zu einer deutlich erhöhten Transparenz über die Finanzen führt. Mit einfachen Mitteln kann man hier viel erreichen.
      Viele Grüße,
      Andreas

      Antworten

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