Was noch wichtiger ist als zu sparen – Teil 1

Auch wenn Du – bei allen Gedanken an das Sparen und die Altersvorsorge – das Leben im Hier und Jetzt nicht vergessen solltest, so geht es in diesem Beitrag trotzdem nicht um das Thema Konsum… Vielmehr geht es um die Absicherung von Risiken, die Dich in Existenznot bringen können.

Versicherungen sind in Deutschland recht beliebt. Tendenziell neigen hier viele Menschen dazu, eher zu viele als zu wenige Versicherungen abzuschließen. Aber nicht jede Versicherung ist notwendig und empfehlenswert.

Ich möchte mich an dieser Stelle auf die Versicherungen konzentrieren, die aus meiner Sicht zum Berufsstart wirklich notwendig sind. Hierzu zähle ich:

  • Privathaftpflichtversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Risikolebensversicherung (wenn Du Kinder hast oder „als Paar“ gemeinsam einen Immobilienkredit abbezahlst).

Auf das Thema Krankenversicherung gehe ich hier nicht ein, da in Deutschland eine gesetzliche Krankenversicherungspflicht besteht. Dies halte ich für richtig, denn auch Krankheit ist ein existenzielles Risiko.

Private Haftpflichtversicherung

Auch wenn die private Haftpflichtversicherung eine freiwillige Versicherung ist, so ist sie aus meiner Sicht ein absolutes Muss.

Diese Versicherung sichert Dich gegen Schäden ab, die durch Dein Handeln entstehen. Für Schäden haftest Du auch dann, wenn Dein Handeln nicht vorsätzlich ist. Dies gilt sowohl für Schäden an einer Sache als auch für Schäden von Personen. Beispiele:

  • Sachschaden: Du verschüttest einen Kaffee auf dem Notebook eines Freundes, das hierdurch repariert werden muss.
  • Personenschaden: Beim Skifahren stößt Du mit einer anderen Person zusammen und verletzt diese schwer.

Manche Schäden könntest Du sicherlich auch aus eigener Tasche bezahlen. Richtig teuer wird es aber bei Personenschäden, z.B. beim o.g. Skiunfall oder einem Autounfall. Hier kann der entstehende Schaden (z.B. Schmerzensgeld) in die Millionen gehen. Ohne eine geeignete Haftpflichtversicherung bist Du dann ruiniert.

Finanztip empfiehlt übrigens eine Versicherungssumme (Deckungssumme) i.H.v. 50 Mio. Euro.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Du bist berufsunfähig, wenn Du Deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst (wohl aber eine andere Arbeit). Da es sich bei der Berufsunfähigkeit um eine langfristige, ggf. lebenslange Arbeitsunfähigkeit handelt, solltest Du Dich gegen die damit verbundenen Einkommensausfälle absichern. Zumindest dann, wenn Du für Deinen Lebensunterhalt von Deiner Arbeitskraft abhängig bist (und dies dürfte bei den meisten von uns zutreffen).

Diese Versicherung sichert Dein Humankapital (in Form des noch nicht bezogenen, aber zu erwartenden Arbeitseinkommens) ab. Dieses stellt – und dies machen sich die wenigsten von uns bewusst – gerade am Anfang des Berufslebens unseren größten Vermögenswert dar. Bis zu einem Lebensalter von rund 50 Jahren ist unser Vermögenswert aus dem Humankapital meist größer als alle unsere Finanzanlagen zusammen.

Wenn eine BU-Versicherung nicht mehr möglich oder zu teuer ist, sollte der Erwerbsunfähigkeits-Schutz als Alternative betrachtet werden.

Risikolebensversicherung

Eine Risikolebensversicherung versichert den Tod der versicherten Person. In diesem Fall wird der im Vertrag begünstigten Person die vereinbarte Summe ausbezahlt.

Meist dient diese Versicherung der Absicherung des Ehepartners („Hinterbliebenenschutz“). Wenn Du Kinder hast und Dein Partner im Falle Deines Ablebens den Lebensunterhalt für die Familie nicht alleine bestreiten kann, so ist diese Versicherung sinnvoll. Falls Ihr dazu als Paar noch einen Immobilienkredit abgeschlossen habt, für dessen Abzahlung zwei Gehälter kalkuliert sind, ist sie ebenfalls empfehlenswert.

Eine Risikolebensversicherung ist eine reine Risikoversicherung. Es wird kein Geld angespart, wie z.B. mit einer Kapitallebensversicherung (die ich nicht für empfehlenswert halte). Eine reine Risikoversicherung folgt dem meiner Meinung nach sinnvollen Grundsatz, Versicherungen und Vorsorgeaktivitäten zu trennen. Produkte, die Versicherung und Vorsorge kombinieren, sind häufig teuer und intransparent, somit aus meiner Sicht nicht empfehlenswert.

Weitere Versicherungen

Die oben genannten Versicherungen sind aus meiner Sicht erst einmal die wichtigsten. Weitere, darüber hinausgehende Versicherungen seien nachfolgend kurz erwähnt:

  • Unfallversicherung: Diese Versicherung zahlt, wenn Du aufgrund eines Unfalls körperliche Schäden erleidest. Der private Schutz ist umfangreicher als der gesetzliche. Letzterer gilt nur für Unfälle am Arbeitsplatz und auf dem Arbeitsweg. Der gesamte Freizeitbereich ist bei der gesetzlichen Versicherung nicht abgedeckt.
  • Hausratversicherung: Wenn Du über eine teure Wohnungseinrichtung, eine gewisse Anzahl von Vermögensgegenständen oder ein edles Fahrrad verfügst, ist eine Hausratversicherung eine Überlegung wert. Diese sichert den nicht selbst verschuldete Schäden von allen Dingen, die sich im Haushalt befinden, ab. Es geht hierbei insbesondere um Schäden durch Einbruch, Wasserschäden oder einen Wohnungsbrand. Für die meisten Berufseinsteiger dürfte diese Versicherung aber verzichtbar sein.
  • Rechtsschutzversicherung: Diese Versicherung kann sinnvoll sein, ist aber aus meiner Sicht eine Frage Deiner Risikotoleranz und eine Kosten-Nutzen-Abwägung. Rechtsschutzversicherungen sind meist modular aufgebaut und umfassen insbesondere die Bereiche Privatrechtsschutz, Wohnrechtsschutz (=Mietrechtsschutz), Berufsrechtsschutz und Verkehrsrechtsschutz. Die Wahl der Bausteine hängt von der individuellen Situation und dem persönlichen Absicherungswunsch ab.

Bildnachweis: © Tumisu von pixabay.com

Merke Dir diesen Beitrag auf Pinterest: Klicke auf das Bild (oder den Social Media Button)

Versicherungen für Berufseinsteiger

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.